„Das virtuelle Unternehmen lebt aus einer neuen Perspektive, die unseren untrainierten Augen sicher ungewohnt, manchmal unlogisch erscheint. Zweifellos wird die Wirtschaftsrevolution unser System erschüttern, unsere Sinne betäuben. Wir müssen unsere Sozialverträge neu schreiben, unsere Menschen immer besser ausbilden und lernen, fast unbegrenzt zu vertrauen“
- Davidow/ Melone
Für viele ist die Haupttriebfeder für die „wirtschaftliche Revolution“, die sich in der Herausbildung virtueller Produkte und damit in der Entstehung virtueller Unternehmen manifestiert, die „Angst vor wirtschaftlicher Vernichtung“ infolge fehlender Rentabilität der klassischen Produkte und damit auch der klassischen Produktionssysteme (Davidow/ Malone 1993, S. 31).
Denn diese lasse sich nicht durch weitere Rationalisierung im Sinne von Skaleneffekten, durch weitere Automatisierung oder Entstofflichung der Produktion erreichen, sondern erfordere weitergehende Veränderungen, um den Ansprüchen an eine individualisierte und zeitnahe Leistungserstellung gerecht werden zu können.
Von zentraler Bedeutung erweist sich dabei ein systematischer Wechsel der Perspektive weg von einer funktionsorientierten Zusammenarbeit, wie sie vor allem innerhalb von Unternehmen betrieben wird, hin zu einer aufgabenorientierten Kooperation, die – mittlerweile auch innerhalb von Unternehmen zu finden – einer gemeinsamen Leistungserstellung wirtschaftlich autonomer Wirtschaftseinheiten eigen sein sollte. Dies wiederum schlägt sich unmittelbar in der Organisationsstruktur und den Transaktionskosten nieder.

